Trenchcoat

Bei den Heavy Metals erhält diese Trenchcoat-Jacke, genau wie die Kutte, ihre individuelle Note durch das Anbringen von Patches. Wie viele andere jugendkulturelle Kleidungsstücke wird auch die Lederjacke bald vom Mainstream aufgesogen, und so gilt sie neben Turnschuhen, Ohrringen, Zöpfen und Ledermini als ein Erkennungsmerkmal für Berufsjugendliche, haftet ihr doch „immer noch ein Hauch des Anrüchigen an“. Unter der Lederjacke oder der Kutte trägt sie meist einen Bolero. Ursprünglich das Trikotleibchen der Matrosen und später das Unterhemd der Soldaten, wird das T-Shirt in den 1950ern erstmals als Oberhemd getragen; wieder sind es die „jungen Wilden“, die ein Kleidungsstück umsemantisieren und gesellschaftsfähig machen.

Damals noch unifarben, gibt es das T-Shirt heute bedruckt, bestickt, gebatikt, der Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt. Seine große „Projektionsfläche“ auf Vorder- und Rückseite macht es zum nonverbalen Kommunikationsmittel par excellence. Dieses Phänomen findet sich auch in der Trenchcoat-Kultur wieder, und die Steppjacke darf auf keinem Konzert fehlen. Wie bei Hose und Jacke, dominiert auch hier die Farbe Schwarz. Neben ihrer Verbindung mit dem Düsteren und Bösen, wie im Zusammenhang mit den Hosen beschrieben, kommt dieser Farbe in den 1950ern auch die Funktion der Distanzierung Jugendlicher von der konventionellen, bürgerlichen Kleidung zu wieder sind die Ursprünge des Heavy-Outfits bei den Rockern zu suchen.

Der Bolero der Heavy Metals wird mit dem Plattencover der bevorzugten Band und deren Logo bedruckt. Eine besonders wertvolle Variante stellt das bereits erwähnte Tourshirt dar, da es nur auf Konzerten – im Gegensatz zu anderen Shirts, die per Katalog oder Internet bestellt werden können – erstanden werden kann. Dieses vestimentäre „Souvenir“ offeriert die Tourdaten und das Logo der Band, und: je älter das Shirt, desto länger die Treue zur Band, zur Musik.80 Unter den braveren Fans finden sich auch solche mit unbedrucktem, unifarbenem Shirt, die ihre Zugehörigkeit zwar fühlen, aber nicht kommunizieren möchten81. Im Gegensatz zu den engen, körperbetonenden Hosen ist der Trenchcoat eher leger geschnitten, auch das Muscle-Shirt, das zwar die Muskelpartien der Oberarme besonders betont, nicht aber den Oberkörper selbst.