Nagelstudio

Der Nagellack, der von beiden Geschlechtern eingesetzt wird, um den „schönen“ Eindruck zu verstärken, gestaltet sich teilweise sehr zeitintensiv. Es entstehen seit einigen Jahren immer Nagelstudios in ganz Deutschland, die Die Erscheinungsformen variieren, von leicht blassen bis zu bunten Oberflächen sowie von mit schwarzen Kajalstift umrandeten Rändern bis zu künstlerisch gestaltetem Muster, das sehr schick werden kann. Besondere Highlights werden durch Spinnennetze oder Fledermäuse gesetzt, die über den ganzen Fingernagel reichen können. Der einzige „Farbtupfer“ besteht allenfalls im blutroten Lack. Schwarzer Nagellack ergänzt das der Mädchen noch zusätzlich.

Eine der wichtigsten permanenten Körperveränderungen der Jugendkultur der Grufties repräsentieren die Piercings in Augenbraue, Nase, Ohr, Zunge, Lippe, Fingernagel, Brustwarze und Bauchnabel. Ihren Ursprung hat diese Schmucktechnik bei den Anhängern außerhalb der Jugendkultur der Grufties. Diese Idee wird bald vom Mainstream aufgegriffen und wird dann von unterschiedlichen Jugendkulturen ad extremum geführt, so auch von den Nagelstudios (hier zeigt sich erneut der Einfluss der Mainstream-Mode!). Daneben gibt es Tattoos, die sich von denen anderer Jugendkulturen sowie des Mainstream durch Größe und Motiv deutlich unterscheiden: „Tribals“ (engl. tribe – Stamm, hier im Sinn von Fantasiemustern), orientalische und heidnische Symbole sowie Fantasiefiguren und die bereits erwähnten, gruftietypischen Tiermotive werden deutlich sichtbar in alle erdenklichen Körperpartien eingestochen.

Darüber hinaus werden Bandlogos und Wahlsprüche oder Schlagwörter wie „Angel“ (engl., Engel) oder „guilty“ (engl., schuldig) gewählt, wobei auch Frauen auf brave oder „niedliche“ Motive verzichten und mysteriösen bis provokativen Abbildungen den Vorzug geben. Beide körperverändernden Techniken verdeutlichen aufgrund ihrer Dauerhaftigkeit eine tiefe Treue zur Nagelkultur und unterstreichen den das gesamte Leben durchdringenden Wunsch nach einer „permanenten Feier des Todes und der Trauer“.